Vorstellung meiner Wurmkiste

Gibt es Probleme in der Wurmfarm? Möchtest Du Deine Can-o-Worms verbessern oder Dein Wurm Cafe säubern? Hier gibt es Tips und Fragen auf häufige Antworten!
Naturi
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von Naturi »

Pfiffikus hat geschrieben:
Naturi hat geschrieben:Jetzt habe ich noch Fragen:
1. Was gibt es für Erfahrungen, wie lange es dauern wird, bis sich die Würmer so weit vermehrt haben, dass ich welche für einen Ableger entnehmen kann? Wobei ich das erst machen möchte, wenn sie in der Vermehrung soweit gekommen sind, dass sie das Maximum des Möglichen erreicht haben. Ich hatte ca. 3000 Würmer eingesetzt und die Futterfläche hat die Maße von ca. 50 x 50 cm. Woran kann ich diesen Zeitpunkt erkennen?
Ja dann nimm doch einfach einen Batzen Würmer und setze sie in die Ablegerbox. Warten würde ich nicht damit. Die werden sich dann wohl in beiden Boxen weiter vermehren.
Ja natürlich wäre das möglich. Das will ich aber nicht, da ich dann 2 Kisten versogen muss, was natürlich arbeitsmässig mehr Aufwand ist, obwohl es noch keinen Sinn macht, so lange alle Würmer auch in einer Kiste leben können. Auch nimmt es mir Platz weg, den ich erst dann dafür hergeben mag, wenn es wirklich Sinn macht.

Darum nochmal meine Frage:
Gibt es eine Möglichkeit, irgendwie zu erkennen, wann die Vermehrung das Maximum, was in der Kiste möglich ist, erreicht hat :?:
Mit Grüßen aus der Steiermark - Naturi :)
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dynamind
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von dynamind »

Das "Vermehrungsmaximum" erscheint mir schwer messbar bzw. fassbar. Die Vermehrungsfreudigkeit der Würmer hängt ja doch von sehr vielen Faktoren ab (u.a. Temperatur, Futter, Populationsdichte usw.). Aber irgendwann wirst du vermutlich feststellen, dass deine Farm "gut läuft" und Futter zügig verarbeitet wird - dann hast du evtl. das "Maximum" erreicht. Aber man sollte nicht zu perfektionistisch rangehen - so richtig planen lässt es sich dann doch nicht immer und 3000 Würmer sind bei 50x50 ja evtl. auch schon sehr viele also..vielleicht werden es ja sogar weniger ;) .

Ich würde auch einfach Ableger nehmen - um diese Ablegerkiste brauchst du dich auch erstmal gar nicht kümmern bzw. ständig füttern bis die Population dort auch in Gang gekommen ist wird sie ja nicht so viel umsetzen. Einfach ab und zu mal Substrat mit Kokons und Würmern aus der ersten in die andere Kiste schaffen und schauen was passiert.
Naturi
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von Naturi »

dynamind hat geschrieben:Das "Vermehrungsmaximum" erscheint mir schwer messbar bzw. fassbar.
Ja, das dachte ich mir schon. Also so ein Zeichen, wie z.B. dass die Würmer auf Wanderschaft gehen, wenn es zu viele werden, gibt es dann wohl nicht.

Dann hätte ich da noch eine Frage, an alle die, die eine Wurmkiste in der Wohnung habe und die sagen, dass es keinen Geruch verursacht: Wie bringt ihr das Futter ein? Jeden Tag frisch, wie es aus der Küche kommt? Zerkeleinert? Vorgegammelt? ....?
Also ich habe da verschiedene Dinge probiert, aber es verbreitet für ein paar Tage jedesmal einen säuerlichen Geruch. Egal, ob ich es frisch reintue oder vorher in einem Eimer vergammeln lasse. Das stört mich im Keller zwar nicht, aber in der Wohnung wäre das sicher unangenehm. Und die Würmer scheint es auch nicht zu stören, denn sie sind unter der Schicht des Frischfutters sehr aktiv.
Mit Grüßen aus der Steiermark - Naturi :)
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von dynamind »

Ich hatte auch schon ein Wurmcafe in der Küche stehen und der Geruch war kein Problem (bzw. das kleinste Problem :P ). Kommt aber vielleicht auf die Menge an. Du kannst das Futter auch etwas untergraben. Ich hatte auch immer eine Hanf- oder Kokosmatte drübergelegt.
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von Planet Wormulon »

ich will auch einen "beheizten" Keller! Mit den popeligen 12 Grad bei uns wird nicht viel umgesetzt zzt. Haste noch Platz für ne Kiste von mir? ;-)

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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von Wurmmama »

Hallo Naturi,

fuer die Fuetterung in meinem offenen Moertelkuebel habe ich ALLES mit einem Wiegemesser zerkleinert (irre) , Eierschalenpulver untergemengt, einen Graben in der Kiste gezogen, das Futter eingegeben, ein bissl mit Substrat vermengt, Substrat drueber, fertig. Roch immer nach Waldboden. Der stand hinter einer Terassentuer und hatte auch im Winter vormittags Sonne, also immer Wohlfuehltemperatur und einen super Umsatz.

Ganz zu Beginn hatte ich den Kuebel (Loecher fuer abfliessende Fluessigkeit hatte ich gebohrt) bepflanzt (mit Primeln, Gruenlilie und Einblatt) in Kokohum, vorher eine Lage Wurmhumus inklusive Wuermern drunter. Zum Fuettern habe ich einfach Loecher ausgehoben, Substrat wieder drueber, fertig. Ohne Geruch. Fanden meine Hunde auch toll, haben sich reingelegt und eine Nacht hat gereicht, um die Pflanzen platt zu machen :evil:
wurmige Grüße
Wurmmama
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von dynamind »

Ich bin kein Freund des zerkleinerns. Bei mir wurde in meiner Küchenfarm das Futter immer recht grob eingebracht. Allerdings auch mit sehr hohem Kaffeeanteil und eben mit Kokos oder Hanfmatte abgedeckt. Gestunken hat das eigentlich nur, wenn die Farm umgekippt ist (hatte ja mehrmals das Drama) was immer an zu niedriger Aussentemperatur und nicht angepasstem Fütterungsverhalten lag.

EDIT:
@Wurmmama: Irgendwie aber schon eine lustige Geschichte mit deinen Hunden...sind ja schon spezielle Mitbewohner :P
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von Pfiffikus »

Wurmmama hat geschrieben:fuer die Fuetterung in meinem offenen Moertelkuebel habe ich ALLES mit einem Wiegemesser zerkleinert (irre)
dynamind hat geschrieben:Ich bin kein Freund des zerkleinerns.
Man muss sich nur einmal überlegen, was beim Zerkleinern passiert. Kennt man diese Prozesse, dann wird man sich viel bewusster für oder gegen das Zerkleinern entscheiden können.

Wir machen das mal an einem Beispiel. Es wurde ein Bund Möhren gekauft. Der essbare Teil wird abgeschnitten und verzehrt, er interessiert uns an dieser Stelle nicht weiter. Wir sind ja hier nicht im Kochforum! Was machen wir mit dem Grünzeug den Möhren? Dieses lebt zwar noch, aber Ihr wisst schon, dass es sich hierbei um Wurmfutter handelt.

Natürlich können Kompostwürmer keine Möhren und kein Möhrenkraut fressen, da ihnen die Werkzeuge zum Zerkleinern fehlen. Und nicht selten kommt es vor, dass ein Oberteil von einer Mohrrübe noch einmal versucht, Blätter auszuschieben. Solange diese Pflanzenteile noch leben, werden wir keinerlei Fraßspuren von Würmern finden.


Jedes Lebewesen schützt sich auf verschiedene Arten vor winzigen gierigen Fraßfeinden, die sich am liebsten auf die darin enthaltenen Proteine, Fette und Kohlehydrate stürzen würden - Bakterien und Pilze. Jedes Lebewesen (sowohl die Möhrenpflanze, als auch wir selbst) schützt sich vor einer Sepsis
  1. durch eine Epidermis (Außenhaut, Oberhaut). Aus diesem Grunde können wir bedenkenlos mit bloßen Händen eine Wurmfarm umwühlen, ohne uns eine Blutvergiftung zuzuziehen.
    (Trotzdem ist das nicht jederfraus Sache, aber egal.)
    Klafft bei jemanden eine offene Wunde an der Hand (Epidermis ist beschädigt), würde ich tunlichst davon abraten, in der Wurmfarm zu hantieren!!!
  2. Ein Immunsystem.
    Dieses ist in der Lage, einzelne ausnahmsweise durch die Epidermis eingedrungene Keime (Bakterien und Pilze) zu bekämpfen. Es ist auch in der Lage, kleine Wunden in der Epidermis zu verschließen.
    Hat jemand nur einen kleinen Kratzer an der Hand, ist dieser kein Grund, auf die Arbeit mit der Wurmfarm zu verzichten. Keine Angst, das eitert dank Immunsystem alles wieder raus!

Ein abgeschnittenes Möhrenoberteil versucht erneut auszutreiben. Es lebt weiter, das Immunsystem verschließt die Wunden und bekämpft die Sepsis.

Das komplette Kraut an der Möhre stirbt nicht wegen des Schnittes ab, sondern verstirbt erst nach einigen Tagen, wahrscheinlich an Wasser- und Lichtmangel. Erst jetzt kann das Kraut zersetzt und den Würmern zugänglich gemacht werden.


Was geschieht nun beim Zerkleinern? Es entsteht nicht nur die eine Wunde, der Schnitt an der Möhre. Vielmehr entstehen Hunderte offene Wunden, durch die die Keime eindringen können. Das Immunsystem der jeweils kleinen Pflanzenteile ist natürlich hoffnungslos überfordert, diese massive Sepsis zu unterdrücken und wird kapitulieren. Die kleinen Pflanzenteile werden sehr schnell absterben. Du erreichst mit dem Zerkleinern, dass die Nahrung den Würmern schneller zugänglich wird und dass sie schneller zersetzt wird.


Willst Du den Aufwand nicht so weit treiben, sollte es ausreichen, den Bund Möhrenkraut einfach ein wenig auszuwringen wie einen Scheuerlappen. Dadurch entstehen zahlreiche Wunden in der Epidermis, was sich durch den Duft des austretenden Pflanzensaftes bemerkbar macht. Beschleunigen kann ich diesen Vorgang noch, indem ich ein wenig Wurmtee über das frische Wurmfutter gießt. Der Wurmtee ist keinesfalls steril, sondern enthält genau die Keime, die in unserer Wurmfarm das eigentliche Wurmfutter herstellen.

Bei Grünschnitt, der gerade aus dem Rasenmäher kommt, kann ich mir das Auswringen natürlich sparen.
Löwenzahnwurzeln wehren sich heftig und treiben gerne noch mehrmals aus, bis sie zu Wurmfutter werden. Bei solchen hartnäckigen Pflanzenteilen geht es schneller, wenn man sie zum Beispiel mit einem bereit liegenden Stein kurz seitlich zusammenschlägt. Das schafft Verletzungen mit den oben beschriebenen Folgen.


Pfiffikus,
der in den meisten Fällen zu faul für dieses Zerkleinern der Wurmnahrung ist
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von dynamind »

Zerkleinern beschleunigt die Verrottung auf jedem Fall...das zweifle ich nicht an (und danke für die ausführliche Beschreibung der Hintergründe, sehr interessant!) - ich bin schlicht zu faul dazu :P
Bei den geschlossenenen Plastik-Kompostfarmen sehe ich aber auch die Gefahr, dass zu kleines zerkleinern auch zu Fäulnisherden führen kann.
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Re: Vorstellung meiner Wurmkiste

Beitrag von Pfiffikus »

dynamind hat geschrieben:Bei den geschlossenenen Plastik-Kompostfarmen sehe ich aber auch die Gefahr, dass zu kleines zerkleinern auch zu Fäulnisherden führen kann.
Danke. Das ist eine sehr wichtige Ergänzung, die ich in diesem Zusammenhang vergessen hatte. Nicht nur in den geschlossenen Farmen, sondern generell besteht bei stark püriertem Material die Gefahr, dass es zu einem kompakten Klumpen zusammen pappt, der lange Zeit anaerob wird.

Andererseits dauert es bei unzerkleinerten Pflanzen viel länger, bis sie ihre Konsistenz aufgeben, zusammenfallen und die Lufteinschlüsse verloren gehen. In der Frage der Sauerstoffversorgung ist das Zerkleinern eher kontraproduktiv.


Pfiffikus,
der selber hätte drauf kommen können
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