Verwertung von Plastik

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Pfiffikus
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Re: Verwertung von Plastik

Beitrag von Pfiffikus »

Hallo Henrike,
Rikes Kiste hat geschrieben: So 8. Jan 2023, 21:45 Ich bemühe mich seit einiger Zeit darum, meinen eigenen Plastik-Konsum (damit meine ich nicht, Plastik zu essen! :lol: ) zu reduzieren
das ist altes Denken!

Die Zeiten haben sich geändert. Deutschland hat ein ordentlich ausgebautes Müllentsorgungsystem. Es ist nicht üblich (und es ist geächtet), Plastikabfälle in der Natur oder in Gewässern zu entsorgen.
Doch wir sollten uns mehr und mehr angewöhnen, Plastikverpackungen zu nutzen und diese ordnungsgemäß zu entsorgen, am besten in der Restmülltonne. Von dort führt der Weg dieser Abfälle in die Müllverbrennung, die üblicherweise nicht nur zur Abfallbeseitigung, sondern auch zur Energiegewinnung dient.

Für jede Tonne Plastik, die in der Müllverbrennung landet, kann eine Tonne Braunkohle im Boden verbleiben!
Jede Kilowattstunde zählt!

Wer Plastik im gelben Sack/der gelben Tonne entsorgt, riskiert, dass verschiedene Plastikfraktionen aussortiert werden. Solange ein stoffliches Recycling stattfindet, ist das kein Problem, sondern lobenswert. Doch es wurde mehrfach schon darauf verwiesen, dass aussortierte Plastikabfälle lieber ins Ausland verbracht wurden, statt sie wenigstens einer energetischen Verwertung zuzuführen. Bei Restmüll kann das nicht passieren.


Pfiffikus,
der weiß, dass diese Botschaft noch nicht in allen Teilen der Bevölkerung angekommen ist
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Rikes Kiste
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Re: Verwertung von Plastik

Beitrag von Rikes Kiste »

Rikes Kiste hat geschrieben:Ganz offenkundig scheint dies ein polarisierendes Thema zu sein...
(Jetzt muss ich aufpassen, was ich sage, sonst gibt's Haue :)X (bat) )
Okay, ich bewege mich doch mal aus der Komfortzone und möchte Stellung zu meiner Meinung beziehen, wohlwissend in Diskussionen zu geraten, bei denen die Meinungen sehr weit auseinandergehen können.
Pfiffikus hat geschrieben:
Rikes Kiste hat geschrieben: Ich bemühe mich seit einiger Zeit darum, meinen eigenen Plastik-Konsum (damit meine ich nicht, Plastik zu essen! :lol: ) zu reduzieren
das ist altes Denken!

Die Zeiten haben sich geändert. Deutschland hat ein ordentlich ausgebautes Müllentsorgungsystem. Es ist nicht üblich (und es ist geächtet), Plastikabfälle in der Natur oder in Gewässern zu entsorgen.
Wenn das wirklich so einfach ist/ wäre, dann frage ich mich, warum überall so viel Müll in der Natur rumliegt.... :(
Oder ist das bei euch anders?
Bei uns jedenfalls liegt viel Müll herum, in den Pflanzungen, auf dem Gehweg, im Straßenraum, unter Brücken ..... (Liste unendlich fortsetzbar) und ein nicht unerheblicher Anteil des dort herumliegenden Mülls sind Plastikverpackungen und Verbundverpackungen von Plastik und anderen Materialien wie z.B. Papier... - letztere sind für das Recycling ein Albtraum, da bleibt wirklich nur die Verbrennung, alles andere wäre unverhältnismäßig, weil man die einzelnen Schichten nur mit immens Aufwand wieder auseinander und voneinander gelöst bekommt, wenn überhaupt.

Wenn dein Argument also stimmen würde, dann dürfte ja eigentlich gar nicht so viel Müll in der Natur herumliegen und jeder, der sein Bonbonpapier einfach so fallen lässt, müsste sofort ne Anzeige wegen Umweltverschmutzung und ein saftiges Bußgeld kriegen...
Scheint irgendwie nicht ganz so zu funktionieren...
Gut, fragt man die Kommunen, sagen die: "keine Kapazitäten", "kein Personal" usw.
Blieben noch die braven, wohl erzogenen und gut sozialisierten Bürger, ihre Mitmenschen, die es offenbar einen Schei :)X interessiert, ob da ein "Papier"chen mehr herumliegt, mehr oder weniger freundlich darauf hinzuweisen, dass sie das gefälligst zu lassen und ihren Müll ordnungsgemäß im nächsten Mülleimer (der manchmal keine 5 Meter weit entfernt ist) zu entsorgen haben.
Ganz ehrlich, ich bin viel unterwegs, insbesondere in Berlin, die m.E. nach nicht gerade zu den saubersten Städten zählt und ich sehe zwar oft Menschen, die ihren Müll einfach so "entsorgen" (heißt, an Ort und Stelle fallen lassen oder "rein zufällig" ins Gleisbett entsorgen), aber kaum Menschen, die sie drauf hinweisen!

Nein, ich bin immer noch der Meinung, dass der beste Müll der ist, der gar nicht erst entsteht.
Das steht übrigens auch so in der Abfallhierachie:
Refuse (Verweigern)
Reduce (Reduzieren)
Reuse (Wieder verwenden)
Recycle (Wieder verwerten)
Rot (Kompostieren oder anderweitig entsorgen) - hier stünde dann auch verbrennen.

Manchmal taucht auch noch an 2. oder 3. Stelle
Rethink (Überdenken)
auf, das kommt dann auch noch vor Recycling, dass nach meiner Auflistung aktuell nur an 4. Stelle steht!

Übrigens ist es auch so, dass man sowohl im Müllrecyclinggeschäft als auch von Leuten, die in Müllverbrennungsanlagen arbeiten und da Schichtleiter sind, zu hören bekommt, dass Müllvermeidung das oberste Ziel ist. Die wissen teilweise auch nicht mehr, wohin mit dem ganzen Müll. Denn den üblichen Siedlungsabfall (Restmüll oder Hausmüll genannt), der weder Papier noch Glas noch Metall noch Verpackungsmüll ist, gibt es ja auch noch. Und wenn der Müllbunker, wo der Rohstoff für die Verbrennung gelagert wird, voll ist, ist er voll.
Funfakt ist auch, dass das Verbrennen von Plastikabfällen zwar ordentlich einheizt, weil's gut brennt, während normaler Siedlungsabfall mal weniger mal besser brennt; aber wenn es zu viel Plastikabfall ist, der verbrannt wird, dann muss die gesamte Anlage künstlich gekühlt werden (!).

Da wäre es irgendwie ziemlich blöd (sorry für den Ausdruck), wenn man noch mehr und mehr Plastik produzieren würde, nur um das verbrennen zu können.
Wenn's zu heiß in der Anlage wird, muss künstlich gekühlt werden, wofür man Kühlflüssigkeit braucht... - in unseren Breiten meist Wasser, das halte ich bei unseren derzeitigen Sommern mit den immer trockener werdenden Böden für eine ziemlich fragwürdige Angelegenheit.
Und wie ich zwar mal jmd. argumentativ sagen hörte, dass Wasser keine endliche Ressource sei, weil es sich ja in einem Kreislauf befindet, der dem Namen nach ein Vorgang ist, der kein signifikantes Ende hat/ haben kann, wage ich dagegen zu argumentieren, dass das durchaus so sein mag, aber dann fehlt das Wasser eben an der Stelle, wo man's braucht.
Woher nehmen, wenn nicht stehlen...

Quellenbelege habe ich an dieser Stelle gerade nicht für meine Argumentation, aber falls Bedarf bestehen sollte, müsste ich mal ein paar Stunden meiner etwas eng bemessenen Freizeit opfern, um die entsprechenden Quellen zu suchen...

Ansonsten klinke ich mich jetzt erstmal wieder aus der Diskussion aus.
Danke für's Zuhören.

Liebe Grüße
Henrike
die jetzt weiter ihren Müll trennen und den vermeidbaren Müll vermeiden geht...
Bild Meine Wurmkiste - aus Ahorn-Hartholz (gekauft), auf Rollen, mit Wurmteetasse und Zapfhahn
Wo? - im Flur (in der Wohnung)
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Trulllla
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Re: Verwertung von Plastik

Beitrag von Trulllla »

Danke Henrike, ich bin ganz bei dir, mir fehlt es aber auch gerade an Quellen.

Dass wir Unmengen an Plastikmüll exportieren - 2020 waren es ‚nur noch‘ 1 Mio Tonnen - die dann auf Deponien und im Meer landen, scheint mir auch nicht zu dieser Logik zu passen.

https://www.destatis.de/DE/Presse/Press ... 16_51.html
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